Die Herz – Hirn – Connection
Leichter leben mit Coaching
Wie bei allen „Techniken“, die es zu erlernen gilt, wenn man seine Kommunikations-, Management- oder sonstige Fähigkeiten verbessern möchte, ist es nicht damit getan, diese Techniken zu „verstehen“. Die Ratio ist fürs Verständnis zwar unumgänglich, aber jeder, der schon versucht hat, etwas so locker und selbst verständlich hinzukriegen wie der Trainer, musste feststellen, dass das Verständnis allein noch nicht die Garantie für Nachhaltigkeit war.
Eine Kleinigkeit fehlt: das was man gelernt und verstandesmäßig für sich abgebucht hat, muß in der Persönlichkeit verankert sein. Kurz gesagt: Die Verbindung Hirn-Herz muß geschaffen werden. Und das schafft man, indem man bestimmte Verhaltensweisen zur Haltung macht.
Mit Coaching-Methoden gelingt Ihnen das.
Kooperieren: auf der selben Ebene kommunizieren.
Gehen Sie davon aus, dass Sie sich im Gespräch mit anderen stets auf derselben Ebene befinden. Was heißt das? Nicht mehr und nicht weniger, als dass Sie Ihrem Gesprächspartner zugestehen, in seinem Umfeld und für sein Anliegen ExpertIn und gleichzeitig selbst ExperIin für Ihr Anliegen zu sein. Sie stellen sich weder über den anderen, indem Sie etwa sagen „na, machen Sie das doch einfach so (oder so oder anders)“ noch unter ihn mit Aussagen wie „na, wenn Sie meinen, dann mache ich es so (wie Sie sagen)“. Statt dessen fragen Sie „wie könnten Sie das machen, damit es für Sie passt?“ oder „wie würden Sie es denn am effektivsten angehen?“ oder aber „ich sehe es so, Sie sehen es anders, wie könnte eine gemeinsame Lösung aussehen?“. Merken Sie den Unterschied? Im einen Fall gibt es immer einen „Gescheiteren“, der/die offenbar besser Bescheid weiß, im anderen Fall sind es zwei Partner, die eine Lösung finden wollen. Und können.
Aktiv zuhören und dabei entspannt bleiben- löschen Sie Ihre persönliche Festplatte.
Ein guter Coach macht in einem Gespräch keine Notizen für sich selbst und ist dennoch immer den Gedanken seiner Gesprächspartner auf der Spur. Auch in einem 2-stündigen Coachinggespräch braucht er/sie sich keine Notizen machen, um Situationen oder Probleme für sich in Worte zu fassen. Und dabei die ganze Zeit unmittelbar und mit voller Aufmerksamkeit beim Coachee zu bleiben. Das Geheimnis, das keines ist, liegt darin, sich voll auf die Wahrnehmungswelt, auf die „Wirklichkeit“ der anderen zu konzentrieren, und dabei die eigene Wirklichkeit auszublenden, also die eigene Festplatte mit all den Vorannahmen und mentalen Modellen zu löschen, unbefangen und unbelastet in ein Gespräch zu gehen.
Vielfach wird als wesentlicher Bestandteil des aktiven Zuhörens das Wiederholen des Gesagten propagiert: „geben Sie das, was der/die andere gesagt hat, in Ihren eigenen Worten wieder!“ Das hört sich dann etwa so an: „Wenn ich Sie richtig verstanden habe, meinen Sie also…..“ oder „das heißt also für Sie….“ und dann kommt eine wohlgesetzte Interpretation des soeben Gehörten. Sie können das getrost vergessen, wenn Sie sich der Wirklichkeit Ihres Gesprächspartners auf der Coachingebene nähern wollen. Gehen Sie einfach davon aus, nicht wissen zu müssen, was der andere meint oder was etwas für ihn heißt. Brauchen Sie auch nicht. Notfalls können Sie nämlich fragen: „ was meinen Sie also…?“ oder „was heißt das jetzt für Sie…?“ Der Unterschied ist auch hier wieder deutlich: anstatt bereits während der Ausführungen des anderen angestrengt nachzudenken, wie Sie das jetzt zu verstehen und zu interpretieren haben oder wie das Gespräch weiter gehen soll, hören Sie einfach auf die Worte (ja!) und knüpfen daran an. Sagt Ihr Gegenüber „ich erwarte eine sinnvolle Vorgangsweise“ werden Sie das Gespräch wesentlich effizienter weiterführen indem Sie beispielsweise fragen „was bedeutet denn für Sie sinnvoll?“ anstatt flugs Ihre eigenen Vorschläge für Sinnhaftigkeit zu präsentieren, die womöglich etwas ganz anderes meinen als sich Ihre Gesprächspartnerin vorstellt. Und Ihr Gespräch wird nicht nur effizienter sein sondern auch wesentlich entspannter und ohne grosse Anstrengung verlaufen.
Wertschätzung und Respekt – nehmen Sie Ihre Gesprächspartner ernst!
Coaching bedeutet unter anderem, ein Gespräch auf der Basis von Respekt und Wertschätzung gegenüber dem anderen zu führen. Nun sagen Sie vielleicht „oh nein, ich bin wirklich nicht bereit, jetzt alle Menschen wert zu schätzen, über diese Phase bin ich wahrlich hinaus. Ich stehe dazu, dass ich manche Leute einfach nicht aushalte!“.
Und damit haben Sie auch vollkommen recht. Kein Mensch kann alle anderen mögen, wertschätzen und womöglich auch noch nett finden, und das soll es auch nicht sein. Aber wahrscheinlich haben wir beide, Sie und ich, eine unterschiedliche Interpretation im Hinblick auf Wertschätzung und Respekt.
Was nämlich respektiert werden soll, ist nicht primär die Person, um die es geht, sondern die Tatsache, dass manches für den einen ein Problem ist, was für den anderen eine absolute Kleinigkeit darstellt. Wir äußern uns da oft sehr deutlich ohne es beabsichtigen, wir meinen es sogar noch gut: „das kann ja kein solches Problem für dich sein!“ oder „du schaffst das schon..“ oder gar „na, so schlimm wird’s schon nicht sein…“ Die Wirkung ist garantiert.
Der andere denkt sich „ist es aber“
oder „ich schaff’s nie!“
Oder gar „es ist sogar noch schlimmer!“ Nachsatz „aber du hast keine Ahnung davon und ich werde mich auch nicht mehr an dich wenden“.
Also: auch wenn für Sie das Problem keines ist, behandeln Sie es wie ein Problem. Denn das ist es – für den anderen.
Viel Erfolg mit der Coaching-Haltung! Ach ja: was heißt das nun für Sie persönlich?